Spanisch lernen in Spanien

Abitur auf Teneriffa

Im Alter von vier Jahren ging Helena 1989 mit ihrer Familie nach Bilbao, Spanien. Ihr Vater ist Mathematik- und Physiklehrer und unterrichtete an der Deutschen Schule San Bonifacio in Bilbao. Nach Helenas Grundschulzeit verbrachte die Familie 1995 bis 2001 in Deutschland.
Als ihr Vater 2001 wieder einen Lehrauftrag in Spanien bekam, hieß es erneut: Kofferpacken. Diesmal ging es allerdings auf die Ferieninsel Teneriffa. Hier besuchte die heute 22-jährige Helena ebenfalls eine Deutsche Schule, an der sie 2003 sogar ihr Abitur ablegte.

Der Schulalltag in Spanien

Abitur auf Teneriffa

Zweifelsohne kann man eine Deutsche Schule in Spanien weder mit einer staatlichen noch einer privaten spanischen Bildungseinrichtung vergleichen. Dennoch, so verrät uns Helena, gibt es auch einige Unterschiede zwischen einer Deutschen Schule in Spanien und einer vergleichbaren Einrichtung in Deutschland. „Die Klassen sind kulturell sehr gemischt. In meiner Klasse waren Deutsche, Spanier, Österreicher und Schweizer“.
Da es in Spanien nur zwölf Schuljahre gibt, hatte Helena täglich länger Unterricht und ein höheres Pensum, was die Schulfächer betraf. Zusätzlich zum normalen Lehrplan hatte die heute 22-Jährige viel Spanisch-Unterricht. „In Geschichte wurde uns beispielsweise auch sehr viel über die spanische Historie vermittelt und in Geografie lag der Schwerpunkt eben auf spanischer Landeskunde“. Die Lehrer haben in der Regel auf Deutsch unterrichtet. Und soweit sich Helena erinnern kann, wurde der Lehrplan auch in Deutschland erstellt.

“Das Abitur an der Deutschen Schule auf Teneriffa unterschied sich nur wenig von dem in Deutschland“. Und so wurde Helena 2003 in drei Fächern schriftlich und einem mündlich geprüft. Allerdings war es Pflicht, dass man sich dabei in den Fächern Deutsch und Spanisch prüfen ließ. „Da hatte man am Ende nicht mehr sehr viele Wahlmöglichkeiten“.

Die Sprache

Mach' dein Abitur in Spanien!

Helena ist bereits im Alter von vier Jahren mit der spanischen Sprache in Berührung gekommen. Sie selbst empfiehlt jedem, der eine längere Zeit in dem südeuropäischen Land verbringen will, die Sprache möglichst schnell zu lernen und sich mit vielen Einheimischen anzufreunden. „In Spanien leben sehr viele Deutsche. Die Gefahr ist dementsprechend groß, viel Deutsch zu sprechen und sich somit nicht richtig in Spanien zu integrieren“.
Noch heute hat die 22-jährige Zahnmedizin-Studentin Kontakt zu ihren Freunden und Bekannten in Spanien. So frischt sie ihre Spanisch-Kenntnisse immer wieder auf.

Kulturelle Unterschiede

Den größten Unterschied zwischen Deutschland und Spanien sieht Helena im Tagesablauf: In Spanien geht man ab fünf Uhr nachmittags raus auf die Straßen, trinkt irgendwo einen Kaffee oder geht eine Kleinigkeit essen. „Einfach alles spielt sich hier auf den Straßen ab“. Dieser spanische Lebensstil hat der 22-Jährigen besonders gut gefallen. „Das vermisse ich hier in Deutschland richtig“.
Allerdings hat Deutschland auch seine guten Seiten. In Spanien und vor allem auf Teneriffa war es die ganze Zeit über sehr warm und es regnete nur sehr selten. Auf Dauer fand Helena das ganz schön nervig. „Ich mag das Wetter in Deutschland mit seinen Jahreszeiten viel lieber“.

Und was kann Helena über das Leben auf der Urlaubsinsel Teneriffa erzählen? „Es war eine sehr schöne Zeit auf Teneriffa, aber ich denke, ich werde nicht so schnell wieder auf eine Insel wollen“. Auf Dauer ist das Leben auf einer Insel sehr beengend, erzählt uns Helena. Doch für dieses Problem fand ihre Familie schnell eine Lösung: „Wir sind mindestens alle sechs Monate verreist – entweder auf das spanische Festland oder auf eine andere Insel“.

Eine Zukunft in Spanien?

Eigentlich wollte Helena ein Jahr mit dem Erasmus-Programm nach Spanien gehen, allerdings hat ihre Heimatuniversität keine Partnerhochschule für Zahnmedizin in Spanien. Die 22-Jährige will unbedingt noch einmal nach Spanien, konkrete Pläne hat sie momentan aber nicht.
Eines steht jedoch schon fest: „Ich will in nächster Zeit unbedingt nach Südamerika und dort zahnmedizinisch tätig sein. Außerdem will ich dort einige Freunde und Bekannte besuchen“.

Von Julia von der Heyden



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