Das im Süden Spaniens gelegene Málaga ist die zweitgrößte Stadt Andalusiens und ein beliebtes Urlaubsziel – sowohl international als auch für Spanier selbst. Im April dieses Jahres verbrachte Elisabeth vier Wochen in der Debla Sprachschule im Zentrum der Stadt und kombinierte somit ihren Urlaub mit dem Lernen einer Sprache und dem Erkunden einer anderen Kultur. Über ihre Erfahrungen sprach sie in einem Interview mit Spanisch-lernen-Spanien.de.
Die Deutsche Schule in Stuttgart ermöglichte Elisabeth den Besuch einer Sprachschule in Spanien. Kosten und Organisation wurden von der Studienstiftung übernommen und der spanische Kooperationspartner fand eine Gastfamilie für die Zwanzigjährige. Nun lag es nur noch an ihr, den Flug zu buchen und sich auf den Weg nach Málaga, in die Debla Sprachschule zu machen.
„Die Stadt hat mir sehr gut gefallen,“ berichtet die Studentin. „Vor allem das Zentrum und dass sie direkt am Meer gelegen ist.“ So fiel es ihr nicht allzu schwer, darüber hinwegzusehen, dass der Ort sehr touristisch und von vielen Deutschen besucht ist.
Das Leben in der Gastfamilie wusste Elisabeth zu schätzen. Es habe ihr die Möglichkeit geboten, Spanisch zu sprechen und dem Familienleben beizuwohnen. Zum Bedauern der Bayerin hatte sie, entgegen ihrer Erwartungen, nicht sehr viel Kontakt zu der Familie. Sie stellte fest, dass einige Familien nur aus finanziellen Gründen Gastschüler aufnehmen und nicht um eine andere Kultur kennenzulernen. So fehlte des öfteren der Dialog. „Ich war aber dennoch froh, dass ich dort gewohnt habe,“ sagt sie und fügt hinzu:“ Man bekommt ja trotzdem viel mit – wie die Familien wohnen und die Bräuche.“ Außerdem konnte Elisabeth typisch spanisches Essen genießen.
Zu der Zeit, als sich die Studentin der Wirtschaftsmathematik an der Debla Sprachschule befand, waren dort außer ihr noch einige andere Deutsche und es herrschte wenig Internationalität. Da auch die Lehrer alle Deutsch sprechen konnten, mussten die Schüler nicht notgedrungen Spanisch reden. Dennoch hatte Elisabeth Gelegenheit, Konversationen in der Landessprache zu führen, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen und dauerhafte Freundschaften zu schließen. Außerdem berichtete sie von der einzigartigen Lage der Schule auf einer Anhöhe. „Vom Balkon aus konnte man auf das Meer und über die Stadt schauen.“
In den Kursen lernten etwa zehn Schüler zusammen. Ein Problem sah Elisabeth in der Größe der Sprachschule. Da diese recht klein ist, konnte beispielsweise manchmal nicht auf das Niveau einzelner Rücksicht genommen werden, da nicht mehr als drei bis vier Sprachkurse angeboten wurden. Die Sprachschülerin empfand die Lehrer jedoch als sehr nett und die Unterrichtseinheiten setzten sich aus Grammatik und Konversation zusammen. „Gelernt habe ich schon viel, aber das liegt auch an einem selbst. Man wird zu nichts gezwungen.“
Besonders gerne hat Elisabeth an den Aktivitäten teilgenommen, die von der „Debla Escuela de Español“ angeboten wurden. So konnten Busfahrten in die Umgebung unternommen oder Kochkurse besucht werden. Natürlich hat die Wirtschafts- und Mathematikstudentin auch viele Leute kennengelernt und mit ihnen „auf eigene Faust“ Ausflüge unternommen. So haben sie sich mitunter die Städte Córdoba und Granada angeschaut. Der Alltag sah natürlich so aus, viel Zeit am Strand zu verbringen und in die Stadt zu gehen.
Einige Vorurteile, die in Europa gegenüber den Spaniern herrschen, fand die ehemalige Sprachschülerin bestätigt. So stimme es nämlich, dass die Bewohner der Iberischen Halbinsel nicht sehr viel Wert auf Pünktlichkeit legen und die Männer sich des öfteren als „Machos“ entpuppen. Aber auch große Hilfsbereitschaft hat sie erleben können. „Einmal war ich auf dem Markt außerhalb der Stadt und bin dann in den falschen Bus gestiegen. Als ich eine Frau angesprochen habe, hat sie sich total viel Zeit genommen, um mir zu erklären wo ich hin muss.“
Rückblickend auf ihre Zeit in Málaga berichtet Elisabeth, dass sie viel von Andalusien gesehen und ihre Sprachkenntnisse verbessert hat. Außerdem konnte sie erfahren, wie das Leben in einer spanische Familie abläuft und viel über eine andere Kultur lernen.
Denjenigen, die auch einen Aufenthalt in einer Sprachschule planen, gibt Elisabeth den Tipp, alleine zu gehen. „Die Erfahrung sollte man allein machen“. Sie erläutert, dass es gut sei, einmal ins kalte Wasser geschmissen zu werden und wirklich „allein ist man dort nie.“