Die frühesten Spuren menschlicher Wesen im heutigen Gebiet Spaniens wurden in der Höhle von Atapuerca gefunden und sollen etwa 1.000.000 Jahre alt sein.
Vor etwa 35.000 Jahren kamen Cro-Magnon-Menschen aus Gebieten nördlich der Pyrenäen auf die Iberische Halbinsel. Deutlichere Anzeichen prähistorischer Siedlungen sind in der nordspanischen Höhle von Altamira gefunden worden: Malereien, die vor etwa 17.000 Jahren angefertigt wurden.
Die ersten Zeichen einer Stadtkultur sind die der im heutigen Andalucía gelegenen früheren Stadt Tartessos. Die Handelsstadt am Mittelmeer verfügte vor allen Dingen über Zinn, Bronze und Gold - die Herkunft der Metalle ist jedoch ungeklärt. Ebenfalls unbekannt ist der Verbleib dieser Stadt, denn im 6. Jahrhundert v.Chr. verschwand die Stadt aus allen geschichtlichen Aufzeichnungen.
Die Seehandel betreibenden Phoenizier, Griechen und Karthager siedelten an der spanischen Mittelmeerküste und gründeten dort auch über mehrere Jahrhunderte Handelskolonien: Etwa 1100 v.Chr. gründeten phoenizische Kaufleute die Handelskolonie Gadir, die heutige Stadt Cádiz. Die Griechen gründeten im 9. Jahrhundert v.Chr. ihre ersten Kolonien an der östlichen spanischen Mittelmeerküste, unter anderem Emporion, heute Empúries genannt. Durch die Griechen entstand auch der Name Iberia, denn sie nannten den Ebro Iber. Die Karthager kamen im 6. Jahrhundert v.Chr. auf die Halbinsel. Sie rangen erst mit den Griechen und kurze Zeit später mit den Römern um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeerraum. Die wichtigste Kolonie der Karthager war Carthago Nova, das heutige Cartagena.
Die Einheimischen der Iberischen Halbinsel, die von den Römern zur Zeit ihrer Invasion angetroffen wurden, waren im Süden die Iberer und im Norden die Kelten. In der Mitte waren beide Gruppen in Kontakt und es ergab sich eine gemischte Kultur, die deshalb Keltisch-Iberisch genannt wird.
Die Römer kamen im zweiten Punischen Krieg (von 218 v. Chr. bis 201 v. Chr. zwischen Römern und Karthagern) auf die Iberische Halbinsel. Der Karthager Hannibal brachte die Römer durch clevere Feldzüge fast an den Rand der Niederlage, die Römer konnten das Blatt am Ende jedoch trotzdem wenden und besiegten die Karthager. Daraufhin begann im heutigen Spanien eine allmähliche Besetzung der Halbinsel, die etwa 200 Jahre andauern sollte. Für das Römische Reich wurden die Gebiete der Iberer sowie der Kolonien der Phoenizier, Griechen und Karthager zur Provinz Hispania.
Die Provinz Hispania versorgte Rom in der Zeit der Besatzung mit Nahrungsmitteln, Olivenöl, Wein und Metallen. Nach dem Untergang des westlichen Römischen Reiches führte dies nicht zum Untergang der westlichen klassischen Gesellschaft. Spaniens heutige Sprachen, Religion und Gesetzesgrundlagen stammen noch aus dieser Zeit. Die römische Kultur hat damit die spanische bleibend mitgeprägt.
Die ersten Barbaren drangen im 5. Jahrhundert in die Provinz Hispania ein, während das Römische Reich zerfiel. Die Stämme, die von den Pyrenäen her einfielen, waren alle Germanischen Ursprungs. Die Visigothen errichteten mit der Zeit ein Königreich, das sich über die gesamte Iberische Halbinsel ausbreitete und bis Anfang des 8. Jahrhunderts bestehen blieb.
Im Jahr 711 begann eine arabische Invasion auf der Iberischen Halbinsel, 716 war diese bereits vollständig eingenommen. In Folge dessen wurde die Halbinsel zur Provinz Al-Ándalus des Arabischen Imperiums. Die Hauptstadt der Provinz bildete Córdoba. Nur die asturischen, kantabrischen und baskischen Dörfer, die zum Teil Königreich wurden, konnten nicht eingenommen werden. Besonders von Juden und Sklaven wurden die Araber freudig empfangen, denn sie hatten unter der Herrschaft der Visigothen besonders zu leiden.
Für fast 400 Jahre sollten die arabischen Muslime nun die vorherrschende Macht in Spanien sein. In den daruf folgenden 420 Jahren stellten sie immerhin noch eine beträchtliche Kraft auf der Iberischen Halbinsel dar. In der Zeit der arabischen Besatzung entwickelte sich die Gesellschaft in Al-Ándalus zur am höchsten entwickelten im ganzen mittelalterlichen Europa. Es entstand eine außerordentliche Architektur und die Traditionen der klassischen griechischen Philosophie sowie der Mathematik und Naturwissenschaften wurden hier fortgesetzt.
Die herrschenden Muslime waren eine Minderheit gegenüber den Millionen Christen in Al-Ándalus. Zwar gab es keine systematischen Konvertierungsmaßnahmen zum Islam und Christen konnten ihre Religion frei ausüben, jedoch ging ein Religionswechsel meist mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Vorteilen und Privilegien einher. Besonders die Angehörigen höherer Schichten konvertierten oft zuerst. Aus diesem Grund gab es wahrscheinlich bereits ab etwa dem 11. Jahrhundert mehr Muslime als Christen in Al-Ándalus.