Laut Artikel 16.3 der spanischen Verfassung von 1978 gibt es keine Staatsreligion. Trotzdem wird die Religionsfreiheit garantiert.
Die überwiegende Mehrheit der Spanier ist römisch-katholisch. 2002 gaben rund 80 Prozent an, dass sie sich als Katholiken verstehen. 12 Prozent dagegen sind nicht gläubig. Andere Glaubensrichtungen als der Katholizismus werden nur von einer verschwindenden Minderheit von 1,7 Prozent vertreten.
Laut Umfrage der New York Times von 2005 bezeichnen sich viele Spanier lediglich als katholisch, denn nur 18 Prozent besuchen regelmäßig die Gottesdienste. Bei den unter 30-Jährigen beträgt der Anteil sogar nur 14 Prozent.
Die zweitgrößte Religion in Spanien ist der Islam mit etwa 800.000 Gläubigen, die meisten von ihnen sind Immigranten. Der Islam wird gefolgt von den Zeugen Jehova, die etwas über 100.000 Gläubige verzeichnen können.
Spanisch ("español" und "castellano" genannt) ist in ganz Spanien offizielle Landessprache (mit Rot auf der Sprachkarte gekennzeichnet). Es gibt auch eine Vielzahl weniger verbreiteter Sprachen, die nur regional gesprochen werden. Die spanische Verfassung schließt die Möglichkeit regional begrenzter zweiter Amtssprachen nicht aus. Dies wird jedoch in den Autonomiestatuten der einzelnen Regionen geregelt. Derzeit haben nur vier Sprachen den Status einer zweiten Ansprache:
Das Spanische, Katalanische, Aranesische (lila) und Galizische entspringt dem Lateinischen. Einige dieser Sprachen haben eigene Dialekte, von denen so mancher ihrer Sprecher behauptet, sie seien eigene Sprachen.
Es gibt jedoch auch andere romanische Minderheitssprachen, die heute noch in manchen Regionen existieren. Beispielsweise wird in Asturien Asturisch (grün) und in Teilen von León, Zamora und Salamanca Leonesisch gesprochen.
Eine starke Betonung des Regionalen beziehungsweise ein besonders ausgeprägter "Regionalstolz" ist in fast allen Regionen und Provinzen Spaniens zu finden. Dies führte zu der besonders facettenreichen, teils nicht vergleichbaren Kultur Spaniens. Der Regionalismus stützt sich meist auf besondere geschichtliche Hintergründe, Traditionen und Feste, besondere Produkte der Region (beispielsweise Wein) oder auch eine eigene Sprache oder zumindest einen eigenen Dialekt. Dieser Tendenz wird durch den besonders dezentralen Föderalismus in Spanien Rechnung getragen, der den Regionen sehr viel Freiraum eingeräumt.
Besonders stark ausgeprägt ist der Regionalismus in Katalonien, Galizien und dem Baskenland. In Katalonien und dem Baskenland fordern Nationalisten die Unabhängigkeit ihrer "Nation" vom spanischen Staat und streben Staatlichkeit an. Dies führte im Baskenland zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, auch wenn sich die Mehrheit heute auf friedlichem Weg für eine eventuelle Unabhängigkeit einsetzt. Friedlich und auf politischem Wege versuchen auch die Katalanen, einem katalanischen Nationalstaat näher zu kommen.
Spanien hat mit 1,61 Prozent pro Jahr die höchste Immigrationsrate der Welt. Die Einwanderer kamen hauptsächlich aus den Spanisch Sprechenden Ländern Nord- und Südamerikas, aus Ost- und Westeuropa sowie den Maghreb-Ländern (Marokko, Tunesien, Algerien, Libyen und Mauretanien). Im Jahr 2005 wanderten 38,6 Prozent derjenigen, die von außerhalb der EU in die Union immigrierten, in Spanien ein. Diese starke Einwanderung stellt eine große Herausforderung für Spanien dar, denn die Einwohner - insbesondere die nicht Spanisch sprechenden - müssen entsprechend in die Gesellschaft integriert werden.
Besonders auf den Kanaren, in Ceuta und Melilla sowie an der Südküste Spaniens kommt es regelmäßig zu sehr großen Wellen afrikanischer Einwanderer, die versuchen, durch eine Flucht in meist überfüllten kleinen Booten von Afrika in die EU zu gelangen. Spanien hat deshalb die Mithilfe aller EU-Länder bei der "Verteilung" der Einwanderer auf die einzelnen Mitgliedsstaaten aufgerufen.
Natürlich interessieren sich die Spanier für Fußball (die beiden Top-Vereine FC Barca und Real Madrid sind weltberühmt). Doch daneben haben sie auch eine Vorliebe für Rugby, Basketball, Handball und Volleyball. Auch die Formel-1 (Fernando Alonso: Weltmeister 2005 und 2006), Rallye und Motorradrennen erfreuen sich großer Beliebtheit im spanischen Königreich.
Ein großes Radsportereignis ist im September die dreiwöchige Rundfahrt Vuelta de España, doch auch die Baskenland-Rundfahrt im Frühjahr und die Clásica San Sebastián im August sind große
Rennen mit internationaler Spitzenbesetzung und großem Ansehen in Spanien. Alejandro Valverde ist gerade der gefeiertste Radsportler Spaniens. In den 90-er Jahren gewann der Baske Miguel Indurain die Tour de France fünf Mal.
Weitere beliebte Sportarten sind Tennis (Rafael Nadal: Gewinner der French Open 2005 und 2006), Golf und der baskische Nationalsport Pelota.
Die Siesta ist eine der berühmtesten Traditionen Spaniens. Ihre Verbreitung geht jedoch besonders in den großen Städten langsam zurück. Normalerweise wird der Tag in zwei Hälften geteilt: den Vormittag und den Nachmittag. Dazwischen gibt es eine mehrstündige Mittagspause (meist von eins bis vier Uhr oder zwei bis fünf Uhr am Nachmittag), die ursprünglich dazu diente, der manchmal sengenden Mittagshitze zu entgehen. Vielerorts wird die Siesta mit einem Spaziergang abgeschlossen.
Das Abendessen findet in Spanien durch die lange Mittagspause auch erst sehr spät statt, meist etwa gegen zehn Uhr. Auch das Nachtleben beginnt in Spanien sehr spät. Die meisten Clubs öffnen nicht vor Mitternacht, manche sogar noch später. Dafür schließen sie auch nicht vor dem Morgengrauen.
Die spanischen Feiertage leiten sich vor allem von der katholischen Tradition des Landes ab. Die folgenden Feiertage sind die häufigsten, einige von ihnen sind staatlich. Sie können jedoch je nach Region variieren.