Spanisch lernen in Spanien

Politik

Der Staat

Der spanische König Juan Carlos I.Seit Inkrafttreten der spanischen Verfassung im Jahr 1978 ist Spanien eine demokratische, parlamentarische Erbmonarchie. Das jetzige Oberhaupt des spanischen Staates ist König Juan Carlos I. Die königliche Familie residiert im Palacio de la Zarzuela in Madrid. Die Rolle des spanischen Königs ist jedoch hauptsächlich auf repräsentative Aufgaben beschränkt.

Das Parlament, die Cortes Generales, unterteilt sich in zwei Kammern - den Senat und das Abgeordnetenhaus. Die beiden Kammern formen zusammen die Legislative. Die Regierung, die vom Präsidenten und den Ministern gebildet wird, stellt die Exekutive. Der derzeitige Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero von der PSOE-Partei (Partido Socialista Obrero Español, Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens). Er wurde im April 2004 vom Parlament gewählt und von König Juan Carlos I. vereidigt. Damit wurde die achtjährige Ministerpräsidentschaft von José María Aznar López von der zweiten großen Partei Spaniens, der PP (Partido Popular, Volkspartei), beendet.

Die Staatsgliederung

Die autonomen Regionen Spaniens und ProvinzenSpanien gilt als der dezentralisierteste Staat Europas. Er wird föderal in 17 comunidades autónomas, also unabhängige Regionen oder Gemeinden, sowie 2 unabhängige Städte (Ceuta und Melilla) unterteilt. Diese Gemeinden genießen jedoch unterschiedlich weit reichende Autonomie-Rechte und -Kompetenzen. Besonders in den von nationalistischen Parteien regierten Gemeinden - insbesondere in Katalonien und im Baskenland - sind die Selbstbestimmungsrechte, und somit die Unabhängigkeit vom spanischen Staat in bestimmten Sachgebieten, besonders stark ausgeprägt.

Die Gemeinden setzen sich aus einer oder zum Teil aus mehreren kleineren Provinzen zusammen. Spanien hat insgesamt 50 solcher Provinzen.

Die politischen Parteien

Die zwei größten Parteien sind die konservative PP (Partido Popular, Volkspartei) sowie die liberalere PSOE (Partido Socialista Obrero Español, Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens). Letztere stellt den amtierenden Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero. Weitere wichtige Parteien in Spanien sind beispielsweise die IU (Izquierda Unida, Vereinigte Linke), oder die regional besonders starken Parteien CiU (Convergència i Unió, Annäherung und Einigkeit) und PNV (Partido Nacionalista Vasco, Baskische Nationalistische Partei).

Unabhängigkeitskonflikte

Der Baskenland-Konflikt

Die baskische Flagge (Ikurriña)Das Baskenland genoss bis ins 19. Jahrhundert sehr weit reichende Unabhängigkeitsrechte (genannt fueros) vom spanischen Staat. Als diese jedoch nach den Carlistischen Kriegen Ende des 19. Jahrhunderts abgeschafft wurden, um den spanischen Staat zu homogenisieren, entstand eine Gegenbewegung (fuerismo), die die Wiedereinführung der fueros zum Ziel hatte. In der Folge kam es zu einem gesteigerten Nationalismus im Baskenland. Zu dieser Zeit, 1895, wurde auch die heute noch sehr erfolgreiche nationalistische Baskische Partei PNV (Partido Nacionalista Vasco, Baskische Nationalistische Partei) gegründet. Die fueros konnten zeitweilig zurückerlangt werden.

Mit dem Ende des spanischen Bürgerkriegs und dem daraus hervorgehenden Franco-Regime wurden diese jedoch wieder verboten. Das Baskenland und alles "Baskische" wurden unterdrückt. Aus einer wachsenden Krisensituation im Baskenland heraus, wo die Gefahr drohte, dass die baskische Sprache und Kultur durch die andauernde Unterdrückung Francos verloren gehen könnte, entstand im Jahr 1959 die Untergrundorganisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit). Das erste Todesopfer durch die heute sogenannte Terrororganisation gab es jedoch erst 1968. Bis heute gibt es jedoch bereits 851 Tote in Folge von Anschlägen und Hinrichtungen durch die ETA, das letzte Todesopfer war 2003 zu beklagen. Seitdem wird spekuliert, ob die ETA ihre Taktik geändert hat und nun lieber auf tödliche Attentate verzichtet, da es - auch im Baskenland selbst - einen stetig wachsenden Widerstand gegen die Organisation gibt.

Das Ziel der ETA, die Unabhängigkeit des Baskenlandes, das nach eigener Definition neben den vier Provinzen in Nordost-Spanien auch drei Provinzen im heutigen Frankreich einschließt, scheint bis heute jedoch eher nicht erreichbar, da es unüberbrückbare Konflikte zwischen den Forderungen der ETA und den Regierungen Frankreichs und Spaniens gibt. Im März 2006 wurde von der Organisation nach dem gescheiterten Waffenstillstand von 1998/1999 erneut eine Waffenruhe ausgerufen worden, jedoch scheint auch diese bisher nicht zu fruchten und es droht eine erneute Rückkehr der ETA zu den Waffen.

Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien

Das Wappen der autonomen Region von KatalonienIn Katalonien gibt es ebenfalls zum Teil starke Unabhängigkeitsbestrebungen vom spanischen Staat. Im Gegensatz zum Baskenland wird dies hier jedoch nahezu ausschließlich auf der politischen Bühne ausgetragen. Zuletzt wurde das Autonomiestatut Kataloniens erneuert, in dem der Region weitere Unabhängigkeitsrechte zugesichert wurden, das am 18. Juni 2006 mit großer Mehrheit von der Bevölkerung der Gemeinde angenommen wurde.



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