Pisos compartidos, also mit anderen Studenten geteilte Wohnungen, sind in Deutschland weit verbreitet. In Spanien ist diese Form des Wohnens jedoch hauptsächlich unter ausländischen Studenten verbreitet. Die einheimischen Studierenden wohnen oft noch sehr lange bei ihren Eltern. Sollten sie von außerhalb kommen, nehmen sie sich oft nur während der Vorlesungszeit ein WG-Zimmer und wohnen im Sommer wieder zu Hause. Dies ist besonders in den Gegenden der Fall, wo Wohnungen sehr teuer sind. Größtenteils dürften die Wohnungspreise in Spanien jedoch günstiger als hierzulande oder zumindest ähnlich sein. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: In San Sebastián beispielsweise sind WG-Zimmer von über 300 Euro pro Monat keine Seltenheit.
Bei der Suche einem WG-Zimmer sollte man auf die Leute achten, mit denen man zusammen in der Wohnung wohnen würde. Sind viele "Ausländer" in der Wohnung, werden Sie dort wahrscheinlich selten Spanisch sprechen. Ansonsten sind solche WG-Wohnungen meist schon komplett ausgestattet, von der Küche über Fernseher bis hin zum Bett. In der Regel brauchen Sie dafür nur Bettwäsche, Handtücher und ein paar persönliche Dinge von zu Hause mitbringen.
Das Sommer-ProblemIn einigen Städten Spaniens ist es gängige Praxis, dass Studenten nur bis zum Ende der Vorlesungszeit (also bis Ende Juni) einen Vertrag für ein WG-Zimmer erhalten. Das hat den einfachen Hintergrund, dass man die entsprechenden Wohnungen im Sommer für deutlich höhere Preise an Touristen vermieten kann. Über den Winter, wenn der Touristen-Andrang nachlässt, haben die Besitzer durch die Studenten in den Wohnungen eine gesicherte Einnahmequelle. Ein ganz besonderes Beispiel für diese Praxis ist Pamplona. Anfang Juli finden dort alljährlich die berühmten Festtage von San Fermín statt, die für die morgendlichen Stierrennen durch die von Tausenden Torreros (Stierkämpfer) gefüllte Stadt berühmt sind. Die Studenten müssen bis Ende Juni ihre Zimmer räumen, die dann teils für das Doppelte oder Dreifache tageweise an Touristen vergeben werden. Wer die Sommermonate vor oder nach einem Auslandsjahr beziehungsweise -semester in Spanien genießen möchte, sollte sich deshalb frühzeitig um ein Zimmer für diese Zeit bemühen.
WG-SucheWG-Zimmer kann man in Spanien sehr kurzfristig suchen. Oft kann man ein Zimmer innerhalb weniger Tage finden und auch gleich einziehen. Ein Blick auf die schwarzen Bretter der Universitäten oder in das städtische Anzeigenblatt kann lohnend sein. Kontakte sind natürlich auch immer hilfreich. Wer jemanden kennt, bei dem gerade in der Wohnung ein Zimmer wieder frei wird, kann zum Beispiel gleich versuchen, sich an den Vermieter zu wenden.
Die beste Zeit, sich in Spanien ein Zimmer zu suchen, dürfte Ende August bis Anfang September sein. Zu dieser Zeit lässt der Tourismus wieder nach und die Vermieter sind in der Regel wieder bereit, ihre Zimmer an Studenten zu vergeben. Zu dieser Zeit gibt es viele freie Zimmer - allerdings auch wieder eine hohe Nachfrage: Denn die neuen "Erasmus-Studenten" kommen zu dieser Zeit für das nächste Semester an und die Spanier und Spanierinnen, die ein wenig außerhalb wohnen, suchen sich ein neues Zimmer für die nächste Vorlesungszeit. Wer also ein geeignetes Zimmer gefunden hat, sollte bei der Entscheidung nicht mehr lange zögern.
Einige Unis haben auch einen Vermittlungsservice, der bei der Wohnungssuche helfen soll oder diese Wohnungssuche sogar vollständig übernimmt. Die Chance, dass man dabei in eine WG ohne Spanier oder Spanisch sprechenden Muttersprachler gerät, ist dabei allerdings recht groß. Beachten sollte man hierbei immer, wie schnell man aus dem Vertrag wieder herauskommen kann, sollte man Wohnung oder Mitbewohner gar nicht leiden können und sofort wieder ausziehen will, weil man sich doch lieber privat eine andere Bleibe gesucht hat.
Die colegios mayores oder residencias de estudiantes unterscheiden sich sehr von den deutschen Wohnheimen. Oft sind diese ähnlich wie Internate strukturiert und der Kontakt zwischen Männern und Frauen kann untersagt sein. Andererseits sind die Wohnheime nicht selten sehr gut, wenn nicht sogar - für studentische Standards - luxuriös ausgestattet. Es gibt für gewöhnlich einen Putzservice, auch für das eigene Zimmer und auch die Wäsche wird für die Studenten gewaschen. Wer im Wohnheim wohnen will, kann sich meist zwischen Halb- und Vollpension entscheiden. Allerdings kosten diese Wohnheime dafür auch oft über - zum Teil sogar weit über - 500 Euro im Monat.
Bei längeren Auslandsaufenthalten ist es immer ratsam, auch im Gastland ein Giro-Konto (cuenta corriente) zu eröffnen. Oft gibt es große lokale Banken, die Sie in Ihrer Uni-Stadt beinahe in jeder Straße finden können. Wenn diese auch im restlichen Spanien genügend Filialien haben (falls Sie sich auch ein bisschen das Land nebenbei anschauen wollen), ist es sicherlich ratsam, bei einer solchen Bank ein Konto zu eröffnen. Sie können aber natürlich auch bei jeder anderen spanischen Bank ein Konto eröffnen. Manchmal wird für die Eröffnung eines Kontos die tarjeta de residencia, also Ihr Wohnausweis verlangt.
Ein spanisches Konto muss jedoch nicht sein. Die Deutsche Bank bietet Studenten beispielsweise ein "StudentenVorteilsKonto" an, das gebührenfrei ist und mit dem man weltweit kostenlos Bargeld abheben kann: Dies gilt sowohl an den Automaten und in den Filialien der Deutschen Bank als auch in den Filialien ihrer Partnerunternehmen (beispielsweise Bank of America, Postbank, Barclays, Commerzbank, BNP Paribas oder Dresdner Bank). Somit können die normalerweise hohen Gebühren bei Geldabhebungen von ausländischen Konten an Automaten umgangen werden. Die Deutsche Bank selbst hat zudem viele Filialien in Spanien. Auf den Seiten der Bank kann man einsehen, in welchen Städten dies der Fall ist und wie die jeweilige Adresse lautet. (Stand: November 2006)
Telefon
Die drei größten Digitalnetzwerke werden von "Movistar" (Telefónica), "Vodaphone" und "Amena" angeboten. Lokal gibt es weitere Anbieter, beispielsweise "Euskaltel" im Baskenland. Wenn Sie Ihr Handy aus Deutschland mitbringen, können sie in Spanien bei den genannten Anbietern eine spanische SIM-Karte kaufen. Die Tarife der einzelnen Anbieter bieten alle sehr unterschiedliche Vorteile, so dass ein allgemeiner Vergleich hier nicht möglich ist. Ein Vergleich kann sich für Sie aber durchaus lohnen, wenn Sie Ihre Gesprächsgewohnheiten kennen, oder wissen, ob Sie mehr SMS schreiben oder mehr telefonieren. Das Gesprächsguthaben Ihrer SIM-Karte müssen Sie aufladen (meist gibt es aber größere Startguthaben). Die entsprechenden Prepaid-Karten gibt es in Supermärkten, Tankstellen und natürlich bei Ihrem Anbieter direkt zu kaufen.
Die Handyanbieter werden Ihnen keine Vertrag anbieten, wenn Sie keine Aufenthaltskarte vorzeigen können. Ein Festnetzanschluss ist bei einem kürzeren Auslandsaufenthalt auch nicht allzu lohnenswert. Hinzu kommt, dass das Telefonieren über Handy oft billiger sein kann.
In Spanien beginnen Handynummern mit einer 6, Festnetznummern beginnen mit einer 9. Die Landesvorwahl Spaniens ist 0034. Internationale Anrufe sind von Spanien aus sehr teuer, deshalb sollten Sie sich für solche Zwecke internationale Prepaid-Telefonkarten, beispielsweise die Europa oder Eurocity, für fünf oder sechs Euro kaufen, mit denen Sie mindestens 200 Gesprächsminuten erhalten.
InternetMehr und mehr Spanier legen sich private Internetanschlüsse zu. Die Studenten-WGs verfügen meist - im Gegensatz zu den Wohnheimen - über keinen Internetanschluss. Eine Vielzahl von Internetcafes oder Bars mit kostenlosem Wireless, aber auch öffentliche Bibliotheken mit freiem Wireless-Zugang ermöglichen das tägliche Kontrollieren des eigenen E-Mail-Kontos und das Nachverfolgen der Nachrichten im Heimatland.
PostDie Post heißt in Spanien "Correos". Beim Eintreten zieht man meist eine Nummer. Anstatt nun in der Schlange zu stehen, kann man sich nun setzen und sobald die gezogene Nummer angezeigt wird, wird man am nächsten freien Schalter bedient. Briefmarken kann man jedoch auch in den meisten kleinen Tabakläden (estancos) kaufen.
Die Briefkästen in Spanien sind gelb mit roten Streifen. Es gibt zwei Briefschlitze: einen für die örtliche Post, den anderen für den Rest.